Ich will meine Veranstaltung visualisieren lassen. Was muss ich wissen?

Für alle, die darüber nachdenken, die nächste Konferenz, ein Meeting, Kick-Off oder Ähnliches visualisieren zu lassen, habe ich ein paar Fragen und Tipps zusammengefasst.


Möchte ich jemanden, der die Veranstaltung passiv begleitet, zuhört und die Inhalte visuell umsetzt und dokumentiert?

Dann bietet sich ein Graphic Recorder oder Scribe an. Graphic Recording ist die visuelle Dokumentation von Konferenzen, Workshops und Seminaren. Gespräche und Diskussionen werden bildlich zusammengefasst und so Informationen für Publikum und Teilnehmer ansprechend aufbereitet. Die Zeichnungen werden großflächig und in Echtzeit direkt vor Ort hergestellt, entweder analog mit Stift und Papier oder digital z.B. auf dem iPad (mehr dazu siehe unten). Der Graphic Recorder hört zu, abstrahiert, fasst Inhalte zusammen und setzt sie bildlich um. Ein Briefing kann hilfreich sein, ist aber nicht unbedingt notwendig. Graphic Recording eignet sich für die Dokumentation von Events als auch für Wissensmanagement oder als Rahmenprogramm bei besonderen Anlässen.  
  

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Möchte ich jemanden, der die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Moderator oder evtl. auch selbständig moderiert und mit Bildern unterstützt?

Das nennt sich in der Fachsprache Graphic Facilitator
Im Gegensatz zu Graphic Recording interagiert der Graphic Facilitator mit den Teilnehmern und fokussiert sich auf den Gruppenprozess. Visualisierungen werden Vorab in Form eines Posters erstellt und während der Veranstaltung unterstützend zur Moderation eingesetzt. 

Will ich das analog oder digital? Was ist der Unterschied?

Graphic Recording/Facilitation analog 
  • auf Papier oder Schaumstoffplatten (Kapa)
  • live begleitend zum Event  
  • Digitalisierung per Foto und Photoshop-Bearbeitung oder Scan (nur bei Papier max bis DIN A0 am laufenden Meter möglich)  
  • für Videoversion: mit Kamera abfilmen oder Stop Motion-Film basierend auf Fotos
    • Vorteile: 
      • Teilnehmer können direkt mitverfolgen, wie die Zeichnung entsteht und haben dadurch auch nach der Veranstaltung die Möglichkeit, sich die Zeichnung leicht zu erschließen
      • das haptische Erlebnis mit analogen Materialien (z.B. auch als Sprechergeschenk)
      • Präsenz im Raum durch die Größe, sowohl während als auch nach der Veranstaltung
      • kann in allen Auflösungen reproduziert werden
    • Nachteile:
      • Materialkosten
      • Material-Handling

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Graphic Recording/Facilitation digital  
  • mit dem iPad oder auf dem Computer mit entsprechender Software
  • live begleitend zum Event
  • digitale Versionen sofort vorhanden
  • für Videoversion: Screencast (Computer), Filmdatei exportieren (iPad, z.B. bei Brushes) 
  • Vorteile:
    • keine zusätzlichen Material- oder Digitalisierungskosten
    • digitale Versionen lassen sich leichter im Nachhinein bearbeiten
    • iPad bietet mit z.B. Brushes die Möglichkeit, Filmdateien zu exportieren
  • Nachteile:
    • Druckkosten
    • um die Anwesenden am Entstehen der Zeichnungen teilhaben zu lassen muss alles projiziert werde --> evtl. zu viel visueller Input, falls Sprecher mit Präsentationen via Beamer arbeiten
    • andere Ästhetik, das Besondere des Handgezeichneten kommt nicht so rüber
    • beim iPad Druck nur entsprechend der Bildschirmauflösung (momentan 1024x768)
    • digital zu zeichnen dauert länger in Live-Situationen
    • analog kommt oft immer noch besser an als digital

Geht das auch im Vornherein oder nach dem Event?
Dafür mache ich sogenannte Key Learnings-Infografiken - auch im handgezeichneten Stil, aber inhaltlich kondensierter und übersichtlicher.
  • die wichtigsten Punkte der Vorträge werden extrahiert und entsprechend visuell aufbereitet
  • die Visualisierung an sich kann sowohl vorher als auch live oder im Nachhinein gemacht werden
    • digital oder analog, beides möglich
    • redaktionelle Arbeit nötig
    • Video-Version: siehe Graphic Recording analog/digital
  • Vorteile:
    • oft mehr Struktur als in Live-Visualisierung, da Inhalte schon bekannt sind
  • Nachteile:
    • Inhalte, die erst vor Ort generiert werden (Feedback, Diskussion), können evtl. nicht mehr aufgenommen werden

Wo kann ich das lernen, wenn ich das selber machen will?

Sich erstmal fragen - was will ich eigentlich lernen? Es gibt verschiedenen Techniken
- Graphic Facilitation
Sketchnotes (aka Viznotes)
- Ideen skizzieren
- uvm

Und dann - wie lerne ich am besten?
a) in Buchform
b) in Workshops
c) beim Videos schauen
d) in Online-Seminaren / Präsentationen

Für alle a-Typen hier eine kleine Auswahl meiner Favoriten als Pdf-Download.
Die b-Menschen schreiben mir am besten eine Mail und ich nehme euch in meinen Workshop-Emailverteiler auf. Der nächste kommt bestimmt. Man kann mich natürlich auch für In-House-Workshops buchen.
C-Leute schauen z.B. auf youtube und vimeo.
Und die d-Typen wenden sich vertrauensvoll an die Vizthink Community 1 und 2 oder schauen mal hier.

Viel Spaß!

Bei Fragen, Schulungsbedarf, Wissensdurst und für alles Weitere:

hallo at annalenaschiller.com
+49 171 6990 742

Bis dahin!

Radiofeature über visuelles Denken: "Von der allmählichen Verfertigung der Gedanken beim Zeichnen"

Ein ganz hervorragender Beitrag über Graphic Recording, Denken in Bildern und eben "die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Zeichnen". Danke Frank Kaspar für den sehr guten praktischen Einblick und die theoretische Durchleuchtung der Materie. Die Audiospur gibts bei dradio.de im On-Demand-Bereich oder als Link auf der Seite in der Artikelüberschrift.

 

Von der allmählichen Verfertigung der Gedanken beim Zeichnen

Wie Zeichnungen Wissen organisieren

Von Frank Kaspar

Eine Zeichnung, ein Schema oder eine Karte kann Ideen und Sachverhalte, Prozesse und Zusammenhänge anders darstellen, als ein beschreibender oder erläuternder Text. Im Bild lässt sich auf einen Blick erfassen oder mit den Augen in alle Richtungen abtasten, was die Schrift in die eine Dimension der Zeile zwingen muss.

Sind mit den unterschiedlichen Wahrnehmungsbedingungen auch verschiedene Arten des Denkens und Urteilens verbunden? Das Bild gilt traditionell als Medium der Suggestion, die Schrift als Medium der Argumentation und Kritik. Doch so klar lässt die Grenze sich längst nicht mehr ziehen.

Der Philosoph Vilém Flusser sprach schon in den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts von einer "Krise der Linearität" und sagte einen fundamentalen Wandel unserer Medien- und Wissenskultur voraus. Man könne auch "mit Bildern philosophieren", sagte Flusser, aber einem Wechsel des Leitmediums entspreche auch eine andere Auffassung von uns selbst, ein anderes In-der-Welt-Sein. Nach unserem Eintritt in Flussers "Universum der technischen Bilder" organisieren nicht nur die Grafiken und Animationen auf Computerbildschirmen, Handy- und Automatendisplays Alltagswissen nach bildlichen Maßgaben, es gibt auch eine Art Rückbesinnung auf das Zeichnen mit der Hand.

"Graphic Recorder" und "Visual Facilitator" begleiten Konferenzen, um Wissen aufzubereiten, Kommunikation zu strukturieren, Ergebnisse bildlich pointiert zu dokumentieren. "Je komplexer und virtueller unsere Welt wird, desto schwieriger wird es, sich allein in Worten zu verständigen", heißt es bei der Agentur Kommunikationslotsen.

Aber welchen Regeln folgt die neue Art der Verständigung? Hirnforscher vergleichen die Blickbewegungen beim Lesen und beim Betrachten von Bildern und nutzen ihrerseits bildgebende Verfahren, um zu verstehen, was dabei jeweils im Kopf geschieht.

Kulturwissenschaftler erforschen das Zeichnen und Skizzieren als Verfahren eines Wissens im Entwurf. "Forschung und Gesellschaft" trifft Schnellzeichner und Konstrukteure und verfolgt die Hilfslinien und Gedankenstriche, mit denen wir unser neues Weltbild entwerfen.

 

 

A late #closetlefty No.2 for Nov 3, 2011: Happy Birthday @grettalouw! #conconn

My good friend Gretta has currently locked herself up in a room without daylight in Berlin Wedding and is doing a performance exploring the boundaries of online communication. 

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"For 10 days the artist will be available 24 hr/day for discussions, emails, comments, or interviews of both private and professional nature for any internet user wishing to take part in the project. All necessary supplies will be stored within the gallery and the windows will be blacked out to ensure that the environment is not normalised by natural light or social rhythms outside, but defined purely by the internet connection to external participants."

I've been in touch via Google+ hangouts and twitter making sure she doesn't go crazy in there. But so far she seems quite ok and is gaining valuable insights. Looking forward to how she's transforming her experiences and thoughts into art in that space.

Yesterday was Gretta's 30th birthday and because I couldn't give her a proper hug (no access to the artist's space, just online interaction), I talked to closet lefty and drew her a birthday card with my left hand. Turned out quite okay for day two, I think. And of course a birthday song accompanied by a viola, but that I won't show ;)

If you'd like to get in touch with Gretta to talk about privacy, publicness, art or anything else, here's how:

tumblr
twitter
facebook
google+
* skype: controlling_connectivity





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Visualized - the principles of the new Danish government

My friend Nanna and her colleagues have set out to explain the principles of the new Danish government in 18 pictures (see the whole presentation below). Nice job, you'll get most of it even if you don't speak Danish.

 

I'm quite fond of people explaining politics with visuals. Also check out Dan Roam's Healthcare Napkins slides.

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And I love the fact that the ministers arrived by bike for their official presentation.

 

 

Endearing project: "Snail Mail My Email: bringing back appreciation for the art of letter writing

The project actually ends today, but for what it's worth - it's so sweet it'll make you all gooey inside and feel like you've eaten too many marshmellows. You send in a typed letter, a team of voluteers transcribes it and it gets send to whomever you adress it to. <3

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"We move in such a fast-paced world that, sometimes, that world can feel kind of cold and impersonal," project founder Ivan Cash told CNN. A designer based in San Francisco, Cash noticed that letter-writing became less a part of his life with the ascent of Facebook messaging and texting. He started the project as a fun way to reconnect with an old hobby, but soon found himself drowning in submissions: 1,000 emails on the website's fourth day. To keep up, Cash took the crowdsourcing route and recruited 134 volunteers from around the world to help him transcribe and mail. A volunteer from China is now the project manager.

If you want to snail mail an email to a friend or lover, keep it short and sweet—they only take submissions under 100 words—and act fast because the project ends on August 15. According to Cash, love letters have made up  90 percent of the total volume shipped out.

 

Got a serious crush on those Michael Manoogian hand-drawn typography logos

From the interview on the same blog:

I fell in love with graphic design while studying at Rhode Island School of Design. I’ve been involved with it ever since. I dabbled in everything there, design-wise – posters, book covers, ads, photography. But it was lettering that caught my interest the most.

 


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More: http://somuchpileup.blogspot.com/2011/07/more-manoogian.html#